Gehen – Qi in Fluss bringen

Kennst du die Tage an denen du niedergeschlagen bist. Du schaffst es gerade so, dich aus dem Bett zu hieven, deinen Alltag zu bewerkstelligen und deine Gedanken triften ab in Melancholie, Selbstmitleid, alle sind gegen mich, keiner mag mich. Irgendwie hast du das Gefühl du bist nicht ganz in dir. Alles zieht sich immer mehr zusammen und dein Gemüt wird stetig trauriger, hilfloser, auswegloser. Die Abwärtsspirale deines Gedanken Karussells dreht sich rasant. Es ist kaum aufzuhalten. Die Emotionen kochen sehr leicht über – Explosion nach innen – weinen oder nach Außen – Wut, Zorn Aggression.

Aber hast du in diesen Moment schon jemals deine Körperhaltung beobachtet. Ist dir bewusst aufgefallen wie du gehst? Wie lauft dein Stoffwechsel in diesen Phasen? Wie ist deine Menstruation? Sind neue Anspannungen im Körper dabei? Oder verflüchtigen sich sogar manche?

All unser Tun soll auf ein langes Leben ausgerichtet sein.

Paracelsus

Auf all das achten wir in solchen Augenblicken überhaupt nicht. Wir merken vielleicht noch, dass es uns immer schlechter geht und unser Organismus anders ist. Sehr oft wirst du eingeknickt sein. Dein Gang schwerfällig, plump und laut platschend. Du willst dich gar nicht bewegen. Dein Kopf ist eher nach vorne geneigt, die Augen zum Boden gerichtet. Deine inneren Organe werden minimal eingeengt, aber es reicht dafür nicht mehr ordentlich arbeiten zu können. Tja und der Bewegungsapparat verspannt sich. Die Sensoren gehen auf Überspannung um gegen die Schwerkraft zu halten.

Alles in allem wirst du ein angespanntes Paket sein. Der Qi Fluss ist stagniert, nicht frei fließend. Im Geist tritt eine Art Nebel auf. Klare Gedanken zu fassen ist kaum möglich. Die Körperseele Shen – Der Geist – strahlt nicht mehr aus den Augen, sie sind trüb.

Was hier hilft ist Gehen! Geh bewusst, achtsam und aufmerksam spazieren in der Natur, am besten im Wald oder in der Nähe von Gewässer. Spüre was es mit deinem Körper macht. Jeder Schritt wird dich aufrichten. Die körpereigenen Prozesse beginnen wieder hochzufahren. Irgendwann wird der Moment kommen, an dem du das Gefühl hast es wird ein Tuch von deiner Stirn gezogen und dein Blick ist wieder klar.

Yin und Yang, die 5 Elemente beginnen sich anzunähern. In den Kreislauf der Wandlung zurück zu kehren. Die Atmung ist das Erste, dass du spürst. Sie ist freier, ein tiefer Atemzug ist dabei und in deinem Geist kommt die Haltung – Alles nicht so schlimm, irgendwie wird es schon werden.


Die Welt ist unsagbar tief, ihrer Möglichkeiten ist kein Maß. Und darum: gehen, immer gehen. Es ist der Schritt, möchte ich sagen, der erobert. Und wenn es mit zusammengebissenen Lippen und geschlossenen Augen geschehen muss – nur immer gehen, gehen, gehen.

Christian Morgenstern

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