Körper hören = Selbstregulierungsfähigkeit stärken – Teil 2

Selbstregulierung ist ein Begriff, den viele so nicht kennen. Wir kennen aus der Umgangssprache sowohl aber das Ergebnis, dass wir damit gerne hätten. Sätze wie: „Jetzt führ dich nicht so auf! Schalt mal einen Gang runter. Du kannst dich echt wieder einkriegen. Hör auf zu Schreien! Benimm dich. Du brauchst gar nicht so zu stampfen. Sei ruhig. Bleib sitzen. Hör auf zu pfeifen. Hör auf zu springen. Dreh das Licht auf/aus. Schalte die Musik lauter/leiser. Schluss jetzt. … usw.“ sind nur einige Beispiele

Worum geht es also hier? Ganz einfach gesprochen darum, dass wir innen wie außen ruhig bleiben können, auch wenn wir uns gerade in einer Situation befinden, die ganz bestimmte Gefühle in uns hervorruft. Gefühle die wir schon zu einem Ereignis abgespeichert haben. Dieses liegt meistens so weit zurück, dass wir uns nicht daran mit dem bewussten Verstand erinnern können. Aber unser Körper und unser Unterbewusstsein kann es. Diese beiden gemeinsam kreieren eine Reaktion.

Damit diese Reaktion nicht zu heftig wird, ist es unabdinglich unseren Körper zu hören. Ihn wahrnehmen und fühlen können. Nur wenn wir die kleinsten Bewegungen in unserem System bemerken, können wir mit klarem Verstand und ohne Gefühlsausbruch handeln.

Ein sehr leicht zu beobachtendes Zeichen sind schwitzende Hände. Wann, in welchen Situationen werden deine Hände feucht? Vielleicht bei Nervosität, Angst, Unsicherheit, Vorfreude, neue Umgebungen. Ich bin mir sicher du weißt sofort einige Erlebnisse bei denen deine Hände feucht wurden. Ein weiters leicht zu bemerkendes Signal ist Hitze. Wann wird dir heiß? Wann wird dein Kopf rot? Wann beginnst du zu schwitzen.

Das alles sind sehr einfache, fast tägliche Erfahrungen, die wir machen, doch bemerken wir sie auch? Je mehr du so kleine Reaktionen deines Körpers registrierst und wahrnimmst, desto besser wirst du mit den großen Reaktionen umgehen können.

Es geht aber nicht nur darum die Gefühlsausbrüche zu kontrollieren oder anders leben zu lernen, sondern Selbstregulierung hat auch ganz viel damit zu tun, ob du dich gut spüren kannst. Wenn du dich – das heißt deinen Körper, deine Empfindungen, deine Bedürfnisse, deine Grenzen – gut wahrnehmen kannst, dann wirst du kaum Energie brauchen, um dich zu regulieren. Deine Energietanks bleiben voll. Dein Körper braucht nicht zu verkrampfen oder andere Botschaften senden, die wahnsinnig viel Energie brauchen.

Welche Möglichkeiten du hast, Selbstregulierung zu üben, erarbeiten wir im Workshop. Dort werden wir uns intensiv damit auseinandersetzen, was notwendig ist um reflektiert durchs Leben zu gehen. Welche Bedeutung Berührung in dem ganzen Kontext hat und was du für dich allein tun kannst.

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