Zwerchfell – Unbeachtet

Hast du dich schon mal beobachtet wie oft du die Luft anhältst während du dich bewegst?

Ich war heute von mir selbst verwundert diesbezüglich, bzw. lernte mir mein Körper heute wieder sehr viel über mich selbst. Bevor die Klienten in die Praxis kommen, mache ich immer Körper Übungen. Dehnungen, Rotationen, Meridian Übungen usw. Ich muss schließlich beweglich bleiben und euch die Übungen zeigen können. Heute habe ich mich für die liegende Achte entschieden. Das heißt ich versuche meinen Körper, besser gesagt mein Gelenke, immer in der liegenden Acht zu bewegen. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich mich beim runter gehen mehr anstrengen muss – aber warum? Ich habe die Luft angehalten.

Das Zwerchfell wird bei dieser Bewegung kurzzeitig eingequetscht und ich habe die Atmung blockiert. Als ich dann darauf geachtet habe weiter zu atmen – was aber gar nicht so einfach ist, ging es viel leichter und ich spürte wie die Spannung im Brustbereich nachließ. Dabei fiel mir wieder ein, was mir der Osteopath meiner Kinder über das Zwerchfell erklärte.

Das Zwerchfell ist jener Muskel der die Atmung steuert. Es sitzt unterm Rippenbogen. Es laufen sehr viele Nervenbahnen über diesen Muskel und jedes Mal wenn wir die Luft anhalten, spannt dieser an. Manchmal wird er gar nicht mehr locker und unsere Atmung ist verändert. Jetzt denk mal nach wann du immer die Luft anhältst. In welchen Situationen „bleibt uns die Luft weg“?

Genau, in Momenten in denen wir erschrecken, Angst haben, Sorge empfinden, Schmerzen verspüren, in Schock Zuständen, bei Krankheit. Mein Osteopath erklärte mir auch, dass sich Ängste, Schockmomente in dem Muskel speichern können. In ähnlichen Situationen spannt er sofort wieder an. Er erklärte mir das im Zuge der Behandlung von meinem Kleinen. Bis ca. 2,5 Jahre ist er schreiend angelaufen gekommen, sobald irgendwo im Freien ein lautes Geräusch kam. Es gab einen Moment, als er ca. 1 Jahr war, indem Militärjets über unser Haus flogen, er stand für eine Sekunde allein im Garten. Obwohl der große Bruder und ich sofort gelaufen sind, als wir sie kommen hörten, war er nur kurz alleine mit der Ungewisse, was da jetzt kommt. diese Angst hatte sich in ihm festgesetzt.

Nachdem das Zwerchfell gelöst und entspannt war, hatte er auch keine Angst mehr vor lauten Geräuschen. Bei mir war es kein Schockmoment der mein Zwerchfell aktuell angespannt hat, sondern meine Herausforderungen die ich gerade in meinem Leben habe. Auch diese „schneiden uns die Luft ab“.

Und warum ist das jetzt überhaupt wichtig? Nun ja, der ständige Austausch von verbrauchter Energie und neuer frischer Energie ist nun Mal überlebenswichtig. Nur dadurch können wir klare Gedanken fassen, können wir vital sein, fühle uns wohl. Eine entspannter Brustkorb lässt uns fröhlich sein, das Herz lacht und wir haben eine ganz andere Ausstrahlung. „Das Weiche besiegt das Harte“- geschmeidig, weich, leicht und biegsame sein, nehme ich mir wieder mehr zu Herzen, die Stürme des Lebens können mir dann wenig anhaben.

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